"Retten macht Schule" in Mecklenburg-Vorpommern
09.03.2010: Schwerin/Winnenden/MVregio In der Woche vom 15.-19. März 2010 werden alle Siebtklässler der weiterführenden Schulen Mecklenburg-Vorpommerns zu potentiellen Lebensrettern ausgebildet.
Initiator und Finanzier der Aktion "Retten macht Schule" (www.retten-macht-schule.de) ist die Björn Steiger Stiftung. Schirmherr der Aktion in Mecklenburg-Vorpommern ist Henry Tesch, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Bei diesem gemeinsamen Projekt geht es um den Kampf gegen den plötzlichen Herztod. Dafür soll eine Schulstunde in "Erster Hilfe" zum festen Bestandteil des Lehrplans der 7. Klassen werden. Die Ausbildung der Lehrer auf der Schulungsveranstaltung am 12.03.10 in der Scandlines Arena in Rostock wird unterstützt vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern und von der Universität Rostock, die diese Aktion wissenschaftlich und beratend begleitet.
Lernen fürs (Über-)Leben
Dazu sagte Kultusminister Henry Tesch: "Das Projekt wird in jeder Hinsicht dem Motto "Retten macht Schule" gerecht. Die Schule ist ein geeigneter Ort, um bei den Schülerinnen und Schülern frühzeitig das nötige Basiswissen zur Ersten Hilfe zu vermitteln und wertvolle Handlungskompetenzen herauszubilden."
Hierzu Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn Steiger Stiftung: "Wir wollen, dass junge Menschen selbstverständlich Erste Hilfe leisten." Dass sie dazu in der Lage sind, bestätigt Dr. Gernot Rücker, Oberarzt des Universitätsklinikums Rostock und Verantwortlicher einer Studie zum Thema: "Erste Hilfe ist ab Klassenstufe 7 problemlos theoretisch erlernbar und praktisch mit Erfolg durchführbar. Wir empfehlen die flächendeckende Einführung von Wiederbelebungskursen an den Schulen als Pflichtlernstoff. Denn durch die Maßnahme könnte selbst bei vorsichtiger Schätzung eine Steigerung der Überlebensrate nach Herz-Kreislaufstillstand von 10% erreicht werden und damit zusätzlich jährlich 5.000 Menschen gerettet werden könnten."
12-Jährige lernen in der 300.000 Euro teuren Aktionswoche zum Beispiel einen Herz-Kreislauf-Stillstand zu erkennen, einen Notruf abzusetzen und die Herz-Lungen-Wiederbelebung effektiv durchzuführen. Die Lehrer erwerben zunächst die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten bei der Schulungsveranstaltung in Rostock und erhalten zudem ein medizinisches Trainingshandbuch. Für den Schulunterricht stellt die Stiftung jedem Schüler eine Übungspuppe zur Verfügung. Darüber hinaus enthält das Paket eine Kurzanleitung und eine Schulungs-DVD. So können die Schüler auch nach dem Unterricht üben und sich interaktiv am Computer mit dem Thema beschäftigen. Die Übungspuppe kann für einen begrenzten Zeitraum mit nach Hause genommen werden, um auch der Familie die richtige Herz-Lungen-Wiederbelebung zu zeigen. Alle Trainingsmaterialien sind für die teilnehmenden Schulen kostenfrei.
MVregio Landesdienst mv/sn
