Der Kölner Verein Burundikids holt den 15 Jahre alten Désiré nach Deutschland, Ärzte des Evangelischen Krankenhauses in Weyertal operieren in den nächsten Tagen die Schussverletzungen des Jungen. Anneliese Hein besucht eine Grundschule, mimt dort für die Kinder die Lese-Oma. Zwei Mal Ehrenamt in Köln. Und zwei Beispiele, wie das Engagement jedes Einzelnen die Domstadt lebenswerter machen. "Das ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält", sagt Oberbürgermeister Jürgen Roters.
Die meisten der rund 200 000 Helfer in Köln agieren im Hintergrund, doch am 26. September, wenn auf dem Heumarkt der Tag des Ehrenamtes gefeiert wird, gehört ihnen das Rampenlicht. Dann verleiht die Stadt auch den Preis "KölnEngagiert 2010" an verdiente Bürger. Organisationen, Vereine, Privatpersonen können ab sofort vorgeschlagen werden, eine Jury verteilt das Preisgeld in Höhe von 7500 Euro.
Unter dem Motto "Eine Frage der Ehre" ist auch ein Preis für besonderes Engagement von Kölner Schulklassen ausgelobt. Außerdem gibt es erstmals eine Auszeichnung für den bürgerschaftlichen Einsatz von Migranten. Schirmherrin der Aktion ist Moderatorin Bettina Böttinger, die selbst zahlreichen gemeinnützigen Initiativen angehört. "Es ist eine schöne Sache, dass mit einem solchen Preis diejenigen gelobt werden, die es wirklich verdient haben", sagt sie.
Die Stadt Köln merkt insbesondere durch die finanzielle Schieflage, in der sie sich momentan befindet, wie wichtig das Ehrenamt ist. Der Kämmerer überlegt derzeit, wo er überall den Rotstift ansetzen kann, um den Haushalt auszugleichen. Dass die Stadt viele Millionen Euro einsparen muss, ist kein Geheimnis. "Wir wollen aber nicht die Strukturen einreißen", sagt Jürgen Roters. Unstrittig sei aber auch, dass die öffentliche Hand die Förderung in vielen Fällen zurückgefahren wird. "Gerade vor diesem Hintergrund brauchen wir ehrenamtliche Hilfe." Anders werden viele Vereine die fehlenden Zuschüsse nicht kompensieren können.
In den vergangenen Jahren gingen etwa 150 bis 200 Bewerbungen bei der Fabe - der Kommunalstelle zur Förderung und Anerkennung Bürgerschaftlichen Engagements - ein. Die Veranstalter hätten nichts dagegen, wenn die Jury in diesem Jahr über noch mehr Vorschläge beraten müsste. Organisationen können sich selbst ins Spiel bringen, Privatpersonen sollen vorgeschlagen werden.




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